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Rassismus und Antisemitismus sind nicht christlich

Der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) greift in diesen Tagen erneut die Stellungnahme der 15. Kirchensynode der SELK auf. Die Kirchensynode spreche damit in die angespannte politische Situation in Deutschland hinein, wie sie sich gerade vor den anstehenden Wahlen in diesem Jahr noch einmal verschärft habe. Die komplette Stellungnahme, die bereits am 21. März 2026 veröffentlicht wurde, ist nach wie vor HIER als pdf-Datei abrufbar. 

Gegenüber SELK-Aktuell sagt Bischof Voigt, dass die SELK von vielen als gemäßigt konservative Kirche wahrgenommen werde und sich weithin auch selbst so verstehe. Dabei haben die politischen Begriffe „konservativ“ oder „liberal“ eine große Unschärfe, da sie keine theologischen oder geistlichen Begriffe seien. „Deshalb hat es auch in der Vergangenheit Versuche gegeben, die SELK politisch zu instrumentalisieren oder zu vereinnahmen. Dagegen wehren wir uns.“ sagt Voigt. Wenn aus wahlkampftaktischen Gründen kleine Kirchen gegen große ausgespielt würden, so ließe sich die SELK darauf nicht ein. Eine Kirche sei einzig und allein nach ihrer Treue zu Gottes Wort und an ihrem Dienst für die Mitmenschen zu beurteilen.

 

Allein die engagierte Arbeit unter nach Deutschland geflüchteten Menschen in sehr vielen Gemeinden der SELK sei Vielen nicht bewusst, die die SELK nicht näher kennen. Voigt sagt weiter: „Unsere Brüder und Schwestern aus dem Iran, aus Afghanistan und anderen Ländern fürchten und zittern in diesen Tagen um ihr Leben wie nie zuvor, da die sich immer weiter verschärfende Abschiebepraxis und Abschiebepolitik ihr Leben gefährdet.“ Diese Menschen brauchen unser Gebet und unsere Hilfe.

Der SELK-Bischof meinte weiter, dass das Wort der 15. Kirchensynode klar und deutlich sage: „Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind nicht christlich“, da sich das Evangelium Jesu Christi an alle Menschen wende. Voigt zitiert die Stellungnahme weiter: „Völkischer Nationalismus hat sich im 19. und 20. Jahrhundert stets kirchenfeindlich ausgewirkt. Deshalb gilt es solchen Ideen auch heute zu widerstehen und zu widersprechen.“

Bischof Voigt erinnert daran, dass der lutherischen Kirche die grundsätzliche Unterscheidung der beiden Regierweisen Gottes in Staat und Kirche wichtig sei. Deshalb gelte es, politische Stellungnahmen der Kirche zu unterlassen. „Dennoch möchte ich daran erinnern, dass es der Kirche unter den Potentaten und Diktatoren allein der letzten beiden Jahrhunderte niemals gut erging. Unter der Herrschaft Napoleons wurden Kirchen massenhaft in Scheunen und Viehställe umgewandelt. Der preußische König, Friedrich Wilhelm III., hat zeitweise alle unsere lutherischen Pfarrer inhaftiert. Hitler hatte sich das Ziel gesetzt, die Kirche zu vernichten. Und der Kommunist Stalin ließ allein während des Großen Terrors (1937/1938) zehntausende Geistliche der russisch-orthodoxen und anderer Kirchen in der Sowjetunion hinrichten.“ äußerte Bischof Voigt. Er stimme deshalb dem Wort der 15. Kirchensynode zu, wenn es dort heißt: „Dieser biblisch geforderte Gehorsam (vgl. Römer 13,1-7) bedeutet heute, dass wir uns für den Erhalt der Demokratie in unserem Land und in Europa einsetzen und diese nicht verächtlich machen oder herabwürdigen.

 

(übernommen aus "SELK Aktuell")

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Veröffentlichung

Sa, 22. August 2026

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